Los geht’s

April – 2. August 2021

Unsere Reise auf der Panamericana muss warten. Die Länder sind noch geschlossen. Das US Visum haben wir noch nicht. Trotzdem entschließen wir uns das Haus zu verkaufen und in unser Wohnmobil umzuziehen. Wir lassen uns durch Europa gleiten, immer der Sonne nach, dort wo es warm ist. Und dann, im nächsten Frühling, ist alles wieder gut und wir schaffen den Sprung über den grossen Teich.

Nun geht es ans Abschied nehmen, aussortieren, weitergeben …

Wir haben einen Stand auf dem Steinhölzli Flohmarkt ergattert. Leider sind unsere Sachen nicht gefragt. Alte Kleider und Schuhe haben wir nicht dabei. Diese wären hier der Renner. Dafür freut sich Thesi in der Broki Schüpfen über die Wagenladung Deko und Kleinkram, die wir ihr anschließend bringen.

Noch eine Frage beschäftigt uns: Beherrschen wir eigentlich unser tolles Allrad-Fahrzeug in schwierigen Situationen? Diese Frage und vieles andere mehr, beantwortet uns das ATW-Team am Weekendkurs Geländefahren & Buschmechanik in Ins.

Mit einem lachendem und einem weinenden Auge machen wir eine erste Abschiedstour in die Ostschweiz. Besuche bei den Geschwistern von Marcel, Verwandten und Freunden stehen an. Noch einmal nach Wildhaus an den Schwendisee zu den Wurzel der Brändle-Familie. Noch einmal mit Ines und Urs nach Thal, auf das Grab der Eltern von Marcel. Noch einmal zu Gotti Emmy nach St. Gallen. Bei Verbindungsbruder Saus dürfen wir auf und nicht unter der Brücke schlafen und grosse Gastfreundschaft erleben.

Ecke für Ecke wird ausgeräumt, sortiert und zum Verschenken auf WhatsApp gepostet. Eine große Ladung stellen wir für unseren Sohn Rolf zusammen. Gegen Ende Juni bringen wir ihm eine halbe Haushaltung inklusive Pflanzen nach Düsseldorf. Wir nutzen auch diesen Abstecher für ein letztes Treffen mit Freunden und Kollegen. Auf der Heimreise gibt es einen interessanten und herzlichen Abstecher ins Elsass zu Michel und seinen Pferden.

Rolf hat uns die Folien für die äussere Gestaltung unseres Rocky’s hergestellt. Super. So bekommt nun zwischen all dem Räumen unser zukünftiges Zuhause sein individuelles Aussehen.

Wagenladungen um Wagenladungen gehen raus. An die Tochter Anika, in die Brockenstube, an Interessierte, an all die Orte, wo unsere Sachen ein liebevolles Asyl finden.

Ein ganzer Anhänger voll Holzresten wird bei Anika zu einem riesigen Feuer. Das ergibt schöne Glut und somit eine feine Lachsseite.

Alles was wir weder mitnehmen noch einlagern können bzw. wollen, wird in unserem Flohmarkt in der Garage zwischengelagert. Ein paar Dinge versuchen wir zu verkaufen. Beim Abholen hat sich der eine und andere gerne auf dem Gratis-Flohmarkt bedient. So war das auch für uns okay, alles was anderen noch Freude macht, muss nicht in die Entsorgungsmulde.

Rolf und Eva kommen auf einen letzten Besuch in den Chrüzacher 15 nach Heitenried. Ein Abschiedsessen mit der ganzen Familie lässt uns das Herz schwer werden. Haben wir die richtige Entscheidung getroffen?

Nicht lange haben wir Zeit um darüber nachzudenken. Das Ausmisten muss weitergehen. Was sich da alles findet: von der Geburtsanzeige von Marcel über liebe Muttertags-Wünsche von Rolf und Anika bis zu alten Schatzbriefen. Trotzdem, vieles muss weg. Die erste Mulde ist schnell voll. Die zweite ebenfalls.

Zwischendurch Abschied mit dem Männerchor, Versicherungsfragen klären, Krankenkasse ein weiteres Mal kontaktieren, Möbellager bzw. Container bestellen, Bankangelegenheiten erledigen, Abschiedsessen hier und da. Am Samstag, 26. Juli sind unsere Nachbar zur «Ustrinkete» geladen. Es wird lustig bis zur späten Stunde.

Bald heisst es ein letztes Mal im eigenen Haus schlafen. Alle verbleibenden Möbel müssen auseinander genommen und ins Untergeschoss getragen werden, bereit zum Einlagern. Am nächsten Morgen fährt der LKW mit dem Container vor. Das Laden geht schnell, viele fleißige Helfer gehen uns zur Hand. Nochmals vielen Dank an alle. Jetzt muss nur noch der Besen durchs Haus fegen – am 31. Juli um 4 Uhr bringen wir die letzte Ladung zur Entsorgung – so alles geschafft. Wir sind ebenfalls fix und fertig. Gut, dass die Gemeinde den 1. August bereits am 31. Juli feiert. So ist für das Abendessen schon gesorgt.

An dieser Stelle noch einmal vielen herzlichen Dank an alle, die uns bei unserem Auszug so tatkräftig unterstützt haben, insbesondere Anika und Moritz, Dani, Marlis und Francis, Thomas und Päscu.

Am 1. August zum Brunch auf der Wälimatt verabschieden wir uns von Anika, ihrem Moritz und seiner Familie. Das wohl vorläufig letzte 1. August-Feuerwerk geniessen wir dann am Abend mit Schwester Moni, Dani und Lena nach einem feinen Abschiedsessen.

Montag Morgen, 2. August 2021, 08:15h ist es dann endgültig so weit. Wir übergeben die Schlüssel von unserem Haus an die neuen Besitzer Fabienne und Pascal. Ein grosser Schritt in unseren nächsten Lebensabschnitt. Die Nachbarn winken noch einmal. Jetzt aber schnell weg, bevor es zu emotional wird.

Noch einen Termin mit der Bank, abmelden bei der Gemeinde, den Abmeldeschein bei der Krankenkasse vorbeibringen. Jetzt geht es los!