USA Alaska

Alaska – (Kanada: Yukon, British Columbia)

02. August 2023 bis 30. August 2023

Der „Top of the World“ Highway führt uns von Dawson City nach Alaska. Warum die Strasse „Top of the World“ heisst, ist nicht auszumachen. Mit dem nördlichsten Punkt auf dem Breitengrad 64,233 ist es bei weitem nicht die nördlichste Strasse der Welt, falls der Norden der Erde die Spitze der Welt sein soll. Die höchste Stelle ist mit 1’376 Metern auch nicht gerade Top. Der Name ist jedoch nicht völlig willkürlich. Ein grosser Teil der Schotterstrasse führt entlang der Gipfel und Kämme von Hügeln – hier Berg genannt – und wir hätten dabei einen weitreichenden Blick bis hin zur Alaska Range. Hätten, denn einmal mehr ist alles in Rauch von Waldbränden gehüllt. Nur die nächsten Täler sind schemenhaft zu erkennen.
Der Grenzübergang Poker Creek/Little Gold Creek ist Nordamerikas nördlichster internationaler Grenzübergang. Die üblichen Fragen des Zollbeamten, ein paar Fingerabdrücke, ein Stempel im Pass und wir dürfen weitere 6 Monate in den USA verbringen. Erst einmal wollen wir uns diesmal im nördlichsten Bundesstaat umsehen. Im Jahre 1867 verscherbelte das Zarenreich seine Kolonie Alaska für einen Schnäppchenpreis von 7.2 Millionen Dollar an die USA. Umgerechnet nach ökonomischem Wert, entspricht diese Summe heute etwa 15 Milliarden US-Dollar. Ein guter Deal, würde ein ehemaliger Präsident wohl sagen.

Unser erster Besuch in Alaska gilt der Mini Gemeinde Chicken, die auf dem Weg von Dawson City nach Tok liegt. Hier war einst das Zentrum des Goldbergbaus im Fortymile-Bezirk. 1886 – zehn Jahre vor dem grossen Klondike-Goldrausch – wurde hier am Franklin Creek Gold gefunden. So entstand die kleine Gemeinde Chicken. Zu seinen glorreichen Zeiten lebten hier rund 400 Menschen. Und noch immer bearbeiten in den umliegenden Hügeln Goldgräber das Erdreich in der Hoffnung auf den einen, sagenhaften Fund.
Eigentlich sollte die Siedlung Ptarmigan heissen, wie das hier lebende Schneehuhn. Da niemand das komplizierte Wort aussprechen konnte, nannte man sie einfach Chicken. Der Ort, dessen Einwohnerschaft zwischen 50 im Sommer und sechs im Winter schwankt, bietet heute alles für den perfekten Zwischenstopp – nur keine lebenden Hühner. Das Huhn macht sich aber sonst vielfältig bemerkbar.

Wir kreuzen den Alaska Highway bei Tok und machen uns auf den Weg zur Pazifikküste. Schon bald treffen wir auf eines der grössten Bauprojekte der Welt, die 1’288 km lange Trans-Alaska Pipeline. Als in der Prudhoe Bay im Norden Alaskas Öl entdeckt wurde, bestand die Herausforderung darin, es zu Raffinerien ausserhalb Alaskas zu transportieren. Ingenieure entwickelten Pläne für eine Nord-Süd-Pipeline, die aufgrund der allgegenwärtigen eisreichen Bodenschicht namens Permafrost meist oberirdisch gebaut wurde. Die Pipeline fördert das Rohöl über drei Gebirgsketten und sogar über eine Erdbebenverwerfungslinie!
Natürlich gab es vor dem Bau grosse Bedenken und Proteste von Indigenen und Umweltschützern. Heute ist das Öl für die Wirtschaft Alaskas von entscheidender Bedeutung. Es wird erzählt, dass die Einheimischen die Pipeline schätzen, weil sie ihnen dabei hilft, ihre Versorgung zu sichern. Ob dies daran liegt, dass Alaska keine Einkommensteuer erhebt und qualifizierten Einwohnern (nach dem ersten vollen Kalenderjahr) eine Dividende aus dem Ölfonds von normalerweise 800 bis 2’000 US-Dollar ausschüttet, nur weil sie dort leben.

Es ist eine lange, trübe Fahrt entlang des Wrangell-St.Elias Nationalpark, ohne dass wir seine schönen, verschneiten Fünftausender zu sehen bekommen. Dann zweigen wir vom Richardson Highway ab. Bei aufklarendem Wetter schlängeln wir uns auf der McCarthy Road, einem ehemaligen Bahntrasse, 100 km durch ein von Bergen gesäumtes Flusstal nach Kennicott/McCarthy. Ob der asphaltierte Teil mit riesigen Löchern oder der geschotterte mit Waschbrettwellen angenehmer zu fahren war, lassen wir offen. Eine kleine Herausforderung bildet die einspurige, 160 m lange Kuskulana River Bridge bei Kilometer 27. Diese historische Eisenbahnbrücke, die 70 m hoch über die Schlucht führt, hatte früher nicht einmal Leitplanken.

Am Kennicott River endet die Strasse und wir buchten für zwei Nächte auf dem kleinen Campingplatz. Wild verstreut stehen hier ein paar Wohnmobile und Zelte, feste Plätze gibt es nicht. Wir suchen uns einen Platz aus, von dem man den Stairway Icefall gut sehen kann. Es dauerte ein bisschen, bis wir kapierten, dass wir direkt am Gletschersee des Kennicott Gletscher stehen. Die Gletscherzunge ist komplett mit Geröll und Steinen bedeckt, nur an wenigen Stellen schimmert das blaue Eis durch. Immer mal wieder plumpsen Steine ins Wasser oder gar ein Stück Eis. Ein kleiner Eisberg schwimmt dann im See. Der Gletscher ist in Bewegung, er kalbt.

Kennicott war von 1911 – 1938 die ertragsreichste Kupfermine der USA, die sich sogar 40 Jahre lang ein eigenes Orchester leistete, sowie ein eigens Kraftwerk, ein Krankenhaus, Läden, eine Schule und Wohnhäuser für die bis zu 550 Arbeiter mit ihren Familien. Dann war es vorbei mit dem Abbau. Die Entdeckung riesiger Kupfervorkommen in Chile und der weltweite Preisverfall sorgten dafür, dass die Mine stillgelegt wurde. Jetzt ist es nur noch eine Ghosttown und die riesigen, roten Holzgebäude formen ein grossartiges Industriedenkmal, erst recht vor blauem Himmel!

Da in der Firmenstadt weder Glücksspiel noch Trinken erlaubt waren, entwickelte sich das nahegelegene McCarthy schnell zu einem Ort, in dessen Kneipen, Restaurants, Hotels, Billardhallen und Geschäften die Bergleute „Wein, Weib und Gesang“ geniessen konnten. Einige der Gebäude aus dieser Zeit werden noch immer genutzt. Im Restaurant Potato gibt es zu den Rosmarin-Knoblauch-Pommes Frites sogar ein deutsches Hefeweizen Bier. Nach der Wanderung zum Ende des Root Gletschers mit seinem weiss-blauen Eis haben wir uns das verdient. 

Der südliche Teil des Richardson Highway soll sehr schön sein. Leider reisen wir wieder einmal an einem Tag mit anhaltendem Regen. Im zunehmend dichtem Nebel können wir kaum den Worthington-Gletscher sehen. An Aussicht auf dem 816 m hohen Thompson Pass ist nicht zu denken. Unten im Tal, fast auf Meereshöhe, hängt der Nebel gespenstisch über dem Fluss. Die mehrstufigen Bridalveil Falls lösen sich aus dem Nebel und geben auch im Regen ein stimmiges Bild im wilden Grün des Tals.
Kaum sind wir nach dem Fotostopp wieder angefahren, kommt uns ein bekanntes Wohnmobil mit Schweizer Nummernschild entgegen. Es sind Maria und Thomas, denen wir nun seit dem Mesa-Verde-Nationalpark bereits das sechste Mal begegnen. Bei einem Kaffee quatschten wir längere Zeit über unsere Erlebnisse.

Valdez empfängt uns in dichtesten Nebel, die Häuser sind kaum zu erkennen. Ob sie es darum die Schweiz von Alaska nennen? Der Ort am Ende der Trans-Alaska-Pipeline erlangte traurige Berühmtheit, als 1989 der Supertanker Exxon Valdez auf Grund lief und eine der grössten Ölkatastrophen Amerikas verursachte. Die Natur hat sich nach aufwendiger Reinigung verblüffend schnell erholt, die Lachse sind zurückgekehrt und auch die Seelöwen und Otter schwimmen wieder in der Bucht.
Allerdings gab es vorher bereits eine Katastrophe in Valdez, das Karfreitags-Erdbeben vom 27. März 1964. Mit einer Stärke von 9.2 war es das zweitstärkste jemals aufgezeichnete Erdbeben. Ein grosser Unterwasser-Erdrutsch und der nachfolgende Tsunami zerstörten Valdez derart, dass die gesamte Stadt an ihren heutigen, sichereren Standort verlegt wurde.
Das neue Valdez präsentiert sich mit einer touristischen Promenade entlang dem Sportfischerhafen. Jedes Jahr werden verschiedene Fisch-Derbys ausgetragen. Wer fängt den grössten, den schwersten Lachs oder Heilbutt. Gemessen wird von neutralen Personen, nichts mit Fischerlatein. Der Fang wird im Hafen präsentiert und anschliessend von Profis gleich fachmännisch filetiert.

Wir statten der Solomom Gulch Hatchery auf der gegenüberliegenden Seite des Fjords einen Besuch ab. Die Fischbrüterei setzt jedes Jahr mehr als 250 Millionen Junglachse frei. Jetzt, im Spätsommer, kehren etwa 16 Millionen von ihnen zurück, die meisten andern werden von der örtlichen Fischereiflotte gefangen.
Die Fische, die wir hier sehen, wurden alle künstlich gelaicht, drei Monate lang inkubiert und sind hier in Solomon Gulch geschlüpft. Ihr erstes Lebensjahr verbringen sie in der Brutstätte in Netzgehegen vor der Küste, dann werden sie für ein zweites Jahr im Meer freigelassen, um zu reifen, bevor sie – auf die geheimnisvolle Art der Lachse – auf natürliche Weise an ihren Geburtsort zurückkehren, um zu laichen und zu sterben.
Das Meer vor der Brutstätte ist eine brodelnde Masse von Lachsen, die versuchen, über die Fischtreppe in die Brutstätte zu gelangen, wo die Eier von den Weibchen entfernt und die Milch von den Männchen gemolken wird. Obwohl dies an sich schon ein beeindruckender Anblick ist, ist es nicht der einzige Grund, warum wir hier sind: Die Ankunft der Lachse lockt sowohl Bären als auch Menschen an, und uns wurde gesagt, dass es üblich ist, sie am Fischwehr beim Lachsfangen zu beobachten sind. Leider erscheinen sie nicht für uns, dafür werden neben den unzähligen Möwen die Seelöwen aktiv, und holen sich ihren Schmaus.

Unsere Weiterreise planen wir auf dem Alaska Marine Highway. Da wir keine Reservierung haben, steht Marcel bereits um 5 Uhr morgens am Schalter, um einen guten Standby Platz auf der Valdez-Whittier-Fähre zu bekommen. Die Chancen sind gut, wir sind die Nummer zwei. Obwohl wir die Ersten waren, die am Hafen ankamen, fahren wir mit Rocky als Letzte in den Bauch des Schiffes. Hauptsache wir sind drauf.
Sobald wir an Bord sind, bleibt uns nichts weiter übrig, als einen Sitzplatz zu finden. Natürlich sind alle bequemen Sitze im Innern schon besetzt. Wir geniessen ein zweites Frühstück in der Wärme des Bordrestaurants und beziehen danach zwei Plastikstühle auf dem Oberdeck. An einer möglichst windgeschützten Stelle positioniert, lehnen wir uns tief eingemummelt zurück und betrachten die vorbeiziehende Welt.
Die Reise führt über etwa 100 Seemeilen und dauert 5 Stunden und 45 Minuten. Auch mit werdendem Tag wir das Wetter nicht viel besser. Die schroffe Bergwelt des Prince William Sound versteckt sich zwar nicht mehr in den Wolken, doch es bleibt eisig kalt. Und noch etwas fehlt: Trotz scharfer Beobachtung der Wasseroberfläche entdecken wir keinen einzigen Wal. Als einzige Meeressäuger zeigt sich eine Gruppe fauler Seelöwen auf einem Felsen.
Die letzte Etappe nach Whittier führt uns durch den Passage Kanal, wo sich die Berge schliessen und riesige Gletscher in Richtung Meer strömen. Eisberge schwimmen gut erkennbar vor den Gletscherzungen. Ein spektakulärer Abschluss unsere Mini-Kreuzfahrt.

Whittier selbst ist ein seltsamer Ort. Während dem Zweiten Weltkriegs als Militäreinrichtung, ist es heute ein Anlaufhafen für Fähren und Kreuzfahrtschiffe und Heimat von etwas mehr als 200 Menschen. Die überwiegende Mehrheit davon lebt in einem einzigen 14-stöckigen Gebäude, dem Begich Towers, 1957 erbaut, um Militärfamilien und Beamten Unterkunft zu bieten.
Das nahegelegene Buckner Building ist sogar noch grösser – einst das grösste in Alaska und wurde als „Stadt unter einem Dach» bezeichnet. Neben einer Kantine und Schlafräumen gab es ein Kino, eine Kegelbahn und sogar ein Gefängnis. Heute ist es den Elementen ausgesetzt und seine grauen Betonblöcke erinnern an die schlechteste sowjetische Architektur.
Nicht gerade die Kulisse zum Verweilen. So stehen wir bald nach der Ausschiffung vor dem 4 km langen Eisenbahntunnel unter Maynard Mountain. Der Anton Anderson Memorial Tunnel ist der einzige Landweg von und nach Whittier. Er ist sowohl für den Strassenverkehr als auch für den Schienenverkehr geöffnet, alles auf einer einzigen Spur. Wenn ein Zug durchfährt, muss der Strassenverkehr warten. Und wenn er für Fahrzeuge frei ist, wechselt sich der Strassenverkehr in Richtung Osten und Westen im Halbstundentakt ab.

Wir sind durch und auf der Kenai Halbinsel angelangt. Hier gibt es das Harding Eisfeld, ein riesiges, 1’800 km2 grosses Eisfeld, von dem 40 Gletscherzungen in die Täler fliessen, teilweise bis ans Meer. Und dann gibt es da Fischer. Die Berufsfischer, die mit ihren Schiffen vor der Küste Lachs und Heilbutt fangen und die Sportfischer, die aus ganz Amerika, ja aus der ganzen Welt anreisen, um in den Flüssen nach den begehrten Lachsen zu fischen. Und dann gibt es noch die anderen, die versuchen den hunderten von Touristen und Abenteurern ihr Geld aus der Hosentasche zu fischen.
Als erstes steuern wir Seward an. Es ist schon spät und wir stellen wir uns etwas widerwillig auf einen der 500 Stellplätze, die entlang dem Wasser um die halbe Stadt aufgereiht sind. Von hier aus gibt es großartige Halbtagestouren in den Kenai Fjord Nationalpark; mit dem Schiff, direkt an die Abbruchkanten verschiedener Gletscher, mitten durch die Eisberge. Dann sehen wir die Preise und finden die Tour plötzlich nicht mehr so großartig. Die Überfahrt von Valdez nach Whittier hat weniger als halb so viel gekostet, inklusive Fahrzeug. Da konzentrieren wir uns lieber auf den Weisskopfseeadler, der im Baum nebenan gelandet ist.

Wenn nicht mit dem Schiff, dann eben mit Rocky. Der nahe Exit Gletscher ist auf der Strasse zu erreichen. Eine Rundwanderung bringt uns nahe an die Gletscherzunge heran, die hier leider nicht ins Meer fliesst. Eindrücklich wird im Park der Rückgang des Gletschers dargestellt. Interessant dabei ist, dass es in der Vergangenheit immer wieder Perioden gab, in denen der Gletscher stärker oder weniger stark geschmolzen ist. Der starke Rückgang der letzten Jahre ist allerdings alarmierend. Klimawandel ist auch hier ein Thema, obwohl man über seinen Ursprung geteilter Meinung ist. Und auf dem Parkplatz stehen viele Fahrzeuge mit laufendem Motor!

Einem Tipp von Thomas und Maria folgend, lassen wir uns auf der ruhigen Deep Creek State Recreation Area bei Ninilchik nieder. Noch immer ist das Wetter schlecht, die gegenüberliegenden Vulkane sind nicht sichtbar. Von unserem Stellplatz direkt am steinigen Strand lässt sich das Geschehen rundherum aus dem warmen Fahrzeug gut beobachten. Es scheint hier eine Oase für Fischer, auf dem Meer und im Fluss. Der Fang wir direkt vor Ort verarbeitet, die Abfälle werden ans Wasser zurückgegeben und finden Gefallen bei hunderten von Möwen.
Plötzlich sind alle Möwen in der Luft. Dann fliegen die Könige der Lüfter ein, die Wappenvögel der USA, die prächtigen Weisskopfseeadler. Wir zählen zwei Erwachsene und vier Junge. Die jungen haben bereits die stattliche Grösse der Alten, aber noch nicht den weissen Kopf. Aus respektvoller Nähe beobachten wir, wie sie sich an den Fischabfällen guttun. Fastfood auf dem Präsentierteller. Nur einen schauen wir beim Versuch zu, einen lebenden Lachs zu fangen. Er bleibt ohne Erfolg.
Da geht es uns besser. Unser Nachbar Wayne aus San Diego, wir nennen ihn Fischer’s Fritz, ist leidenschaftlicher Jäger und Fischer. Er verbringt für zwei Wochen einen Fischerurlaub in Alaska. Bereits am ersten Abend gibt er uns grosszügig einen Lachs ab. Auch am nächsten Tag lässt er uns an seinem Fangerfolg teilhaben und überreicht uns zwei schöne rote Filets. Sie waren wunderbar, danke Wayne.

Auf dem Hügel über der ursprünglichen Siedlung des Dorfes Ninilchik werfen wir einen Blick auf die berühmte, malerisch russische Kirche. Die 1901 erbaute Kapelle ist ein kleines weiss-grünes Gebäude mit fünf goldenen Zwiebeltürmen, die jeweils mit einem markanten russisch-orthodoxen Kreuz mit drei Balken gekrönt sind. Davor liegt ein kleiner, dicht bewachsener Friedhof. Die Tatsache, dass die Holzkreuze fast von Unkraut überwuchert sind, erscheint seltsam, da die Kreuze selbst strahlend weiss und viele mit Blumensträussen geschmückt sind.

Ein Tagesausflug bringt uns nach Homer, oder genauer gesagt Homer Spit, dem 4,5 Meilen langen Landstreifen, der sich bis in die Kachemak Bay erstreckt. Es ist einer der wenigen Orte der Welt, an denen mehrere Gletscher und aktive Vulkane gleichzeitig besichtigt werden können, sofern das Wetter die Sicht freigibt. Trotz seiner geografischen Abgeschiedenheit hat Homer ein kosmopolitisches Gefühl. Ein Campingplatz voll von riesigen, reisebusgrossen Wohnmobilen aus den «Lower 48» – den 48 US-Bundesstaaten unterhalb von Kanada – sowie ein Anlaufhafen für die Alaska State Ferry als auch für eine Reihe von Kreuzfahrtschiffen, bedeuten, dass es nie an Leuten mangelt. Auf der Suche nach Abenteuern kann hier grenzenlos Geld ausgegeben werden. Flightseeing ist das grosse Schlagwort, zu den Gletschern, zu den Vulkanen, zu den Bären. Die Kosten entsprechen etwa einem Flug in die Schweiz, Economy-Class. Aber eine gemütliche Terrasse für einen Drink mit Blick auf das Meer und die Vulkane gibt es auf Homer Spit nicht. Etwas enttäuscht fahren wir zurück zu Fischer’s Fritz und den Adlern.

Die Wirtschaft Alaskas basiert ebenso wie die von British Columbia und Yukon in Kanada auf der Gewinnung von Ressourcen: Fisch und Krabben, Mineralien und Erze, Öl und Holz und in früheren Jahren Pelze und Häute. Wir vermuten, wenn man einen Alaskaner fragen würde, wäre Lachs die wertvollste Ressource. Das zeigt sich uns beim Verlassen der Kenai Halbinsel. Am Russian River stehen die Fischer in Reih und Glied. Sogar einen reservierten Platz für Behinderte gibt es. Haken rein, Haken raus. Nicht selten hängt ein Lachs daran. Doch was ist denn das: Einige lassen den Fisch gleich wieder frei! In Nordamerika fischt halt auch, wer nicht gerne Fisch hat oder gar eine Fischallergie. Catch und Release nennt sich das. Sport bleibt Sport. Doch einige bringen ihre Beute stolz mit der handbetriebenen Fähre über den Kenai River zurück.

Wir übernachten bei Hope am Turnagain Meeresarm. Hier gibt es täglich eine Bore Tide zu sehen, und zwar eine der grössten der Welt. Die Gezeitenwelle kann von einem Fuss bis 6 hoch werden und soll vom Ufer aus gut sichtbar sein. Besonders hoch ist sie 5 Tage vor und 5 Tage nach Neumond. Der Fahrplan stimmt, wir sind rechtzeitig vor Ort und sehen … nichts. Die Ente in der Pfütze daneben macht die grösseren Wellen als das, was da ankommt. Schade. Der Turnagain Arm aber füllt sich langsam und stetig, Inselchen um Inselchen verschwinden im Wasser, die Flut steigt hoch an den Strand.

Rocky braucht nach über 87’000 km neue Bremsen. Die Mercedes Garage in Anchorage will aber erst in einer Woche Zeit dafür haben. Also fixieren wir einen Termin und fahren gleich weiter. Der Himmel klart etwas auf, als wir gegen Norden fahren. Vielleicht unsere Chance, den Denali zu sehen. Am nördlichen Aussichtspunkt dann die Gewissheit, tiefhängende Wolken verdecken den mit 6’193 m höchsten Berg der USA, auch bekannt unter seinem früheren Namen Mount Mc Kinley. Ein paar Kilometer weiter schlagen wir unser Nachtlager auf und erwachen am Morgen bei stahlblauem Himmel. Heute muss er zu sehen sein! Schnell fahren wir zurück zum Aussichtpunkt. Da ist er: Der Denali im schönsten Sonnenschein und blauem Himmel. Nur 30% der Besucher können den schönen, weissen Berg ohne Wolken sehen. Wir Glückspilze!

Den Tag verbringen wir im Denali Nationalpark. Quer durch den grössten Nationalpark der USA führt eine Strasse, die nur mit dem offiziellen Bus bereist werden kann. Ein Erdrutsch hat im Frühling die Strasse so beschädigt, dass nur etwa ein Drittel davon offen ist. Bis zum Savage River dürfen wir im Rocky hochfahren und wandern dort entlang dem Flüsschen. Unsere Sinne sind geschärft, der Bärenspray griffbereit am Gürtel, nur der Grizzlybär lässt sich einmal mehr nicht sehen.

Wir sehen ihn danach im Diorama des Besucherzentrums, zusammen mit den anderen Tieren, die im Park zu sehen wären. Dabei fallen uns die Kraniche auf, die unter der Decke schweben. Vom Ranger lernen wir, dass diese nur in einem unzugänglichen Teil des Parks zu finden sind. Er gibt uns aber einen Tipp für ein Reservat in Fairbanks. Wir checken das im Internet und erfahren, dass dort am Wochenende ein Kranichfestival stattfindet. Tönt sehr gut. Schnell ist unsere Route so geändert, dass wir das nicht verpassen. Wir sind gespannt.

Über Nacht hat der Regen eingesetzt. Den Denali werden wir heute sicher nicht zu sehen bekommen. Durch unsere Routenänderung fahren wir vorerst wieder zurück in südlicher Richtung, dort scheint auch der Himmel etwas heller. Der Regen hat gerade aufgehört, als wir in Cantwell auf den 217 km langen Denali Highway abbiegen (hat nichts mit der Strasse im Denali Parke zu tun). Rocky wird auf der noch nassen Schotterstrasse ganz schon eingesaut. Na ja, Schlammpackungen sollen ja gesund sein.
Ein Grossteil der Route liegt oberhalb der Waldgrenze, sodass die Aussicht endlos scheint. Nach knapp einem Viertel der Strecke rasten wir an einer besonders schönen Stelle. Die Berge und Gletscher der Alaska Range bilden eine majestätische Kulisse, dazwischen liegen kilometerlange hügelige Tundra und flache Seen. Wir geniessen die Weite und beschliessen, den Rest des Tages und die Nacht gleich hier zu verbringen. Da in der Gegend im Herbst stark gejagt wird, erwarten wir nicht viele Tiere. Natürlich suchen wir die Landschaft trotzdem mit dem Fernglas ab, wer weiss. Und tatsächlich, in einiger Distanz erkennen wir ein Moose, das auf einer kleinen Lichtung grast.

Die Fahrt auf den Denali Highway bleibt faszinierend, mit immer neuen Facetten der wilden Natur Alaskas. Wir verspüren Lust, noch einen weiteren ruhigen Tag hier zu verbringen. Allerdings sind die Wetteraussichten wieder schlechter und dann ist da ja noch das Kranich Festival. So fahren wir weiter mit vielen Stopps. Etwas ausserhalb von Paxson finden wir auf einer ausgedienten Landebahn einen Übernachtungsplatz mit Sicht auf den Gabriel Icefall.

Auf dem Richardson Highway nach Norden begleiten uns weiter farbige Bergketten rechts und links des weiten Flusslaufes. Weisse Bergspitzen leuchten. In der Ferne laufen Caribous über das Feld. Zurück in der Zivilisation in Delta Junction wird erst mal Rocky gründlich geduscht, er hatte es wirklich nötig, bevor auch wir eine Dusche geniessen.

Es ist so kitschig und kommerziell, wie man es sich vorstellen kann. Draussen gibt es eine 12 m hohe Statue des Mannes selbst, das Gebäude sieht aus, als wäre es aus Lebkuchen und drinnen ist es ein Mini-Einkaufszentrum voller weihnachtlicher Dinge. Dies ist das berühmte Haus des Weihnachtsmanns in North Pole. Wir gehen hinein, inspizieren Schmuckstücke, Schmuck und Kugeln, bewundern das schüchterne Mädchen, dass dem Weihnachtsmann aufs Knie sitzen soll, überzeugen uns gegenseitig, dass irgendwelche Baumdekoration den Rest unserer Reise wahrscheinlich sowieso nicht überleben wird und sind auch schon wieder draussen. Im nahen Gehege ruhen sich die Renntiere vom täglichen Fahrtraining mit den Schlitten aus.

Dann sind wir da, im Creamer’s Field Migratory Waterfowl Refuge in Fairbanks. Hier versammeln sich jedes Jahr tausende Kraniche und Gänse, bevor sie Anfang September gegen Süden fliegen. Hier feiern die Freunde von Creamer’s Field den Herbstzug mit dem Tanana Valley Sandhill Crane Festival. Und die Kraniche sind schon da. Einige nahe beim Beobachtungsstand, viele weiter hinten im Feld. Sie sind nicht so scheu wie ihre europäischen Verwandten, sodass wir auf dem Wanderweg recht nahe zu ihnen kommen.
Neben den Vogelbeobachtungen werden verschiedene Aktivitäten angeboten. Ornithologen vom Alaska Songbird Institut lassen sich beim Beringen von Singvögeln über die Schultern schauen. Auch ein Falkner ist da und präsentiert seine gefiederten Freunde. Zum Fluge kommen die Raubvögel und natürlichen Feind von Singvögeln, Enten, Gänse und Kraniche nicht. Es war ein toller Tag im Creamer’s Field, wenn da nur der eisig kalte Wind nicht gewesen wäre. Ein Raclette zum Abendessen (mit gar nicht so schlechtem amerikanischem Raclettekäse) bringt die Wärme zurück.

Der Pioneer Park in Fairbanks ist Alaskas Version eines Themenparks. Der Park wurde 1967 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um den hundertsten Jahrestag des Kaufs Alaskas von Russland zu feiern. Umgesiedelte Gebäude aus der Frühzeit der Stadt wurden zu einer Strasse arrangiert. Ein kitschiger, laut pfeifender Zug umrundet den Park. Viele der Gebäude sind Blockhütten – einige davon bunt gestrichen – mit Schildern an der Aussenseite, die den Besuchern eine kurze Geschichte erzählen. Im Innern der Hütten herrscht – wer hätte es gedacht – Kommerz pur, egal ob die angebotenen Waren zum Thema passen oder nicht. So bietet den das Restaurant auch griechische Speisen an. Der ganze Park wirkt auf uns jedoch recht ungepflegt. Der alte Raddampfer ist so marode, dass er nicht mehr zugänglich ist.

Der Himmel ist wieder traurig und lässt die Tränen kullern. Die Sicht auf die Berge entlang dem George Parks Highway auf dem Weg zurück nach Anchorage bleibt uns verwehrt. Auf halbem Weg läge da wieder der Denali, aber der bleibt diesmal hinter den dicken Wolken verborgen. Uns bleiben also wieder einmal die Bäume links und rechts der Strasse als einzige Begleiter.
In diesen borealen Wäldern, Taiga genannt, dominieren Black Spruce – Schwarzfichten. Und diesen geht es gar nicht gut. Über weite Strecken sind die Tannen braun, vom Fichtenborkenkäfer befallen, abgestorben. Ganze Wälder ohne einen einzigen grünen Baum. Dass hier erhöhte Waldbrandgefahr herrscht, ist offensichtlich. Was bei uns fast Katastrophenalarm ausgelöst hat, wird hier als natürliches Phänomen behandelt, wenn die Fichten alt oder krank sind oder zu nahe beieinanderstehen. Dazu eine Wärmeperiode und schon kann sich der endemische Borkenkäfer ungehemmt fortpflanzen und auch gesunde Bäume befallen. Aber das gibt sich wieder, wenn die Konditionen ändern.

Wir machen Rast in Talkeetna. Die kleine, unkonventionelle Siedlung, ein Goldbergbauzentrum der Jahrhundertwende, hat viel von ihrem frühen Alaska-Flair bewahrt. Blockhütten, eine Raststätte und mit Schindeln verkleidete Ladenfronten säumen die Strassen. Ein Spaziergang entlang der Main Street bringt uns vorbei an ihren historischen Gebäuden, Geschäften, Kunstgalerien, Restaurants und einer Brauerei. Der rot-weisse Nagley’s Store stammt aus dem Jahr 1921. Der Tante-Emma-Laden ist auch heute noch so eingerichtet wie damals. Nur die Produkte sind zeitgemäss geworden.

Weiter Richtung Anchorage zeigt sich endlich mal wieder die Sonne und es wird wärmer. Das Thermometer klettert über 15°C, die Einheimischen sind bereits wieder in kurzen Hosen und ärmellosen T-Shirts unterwegs. Früh morgens geben wir Rocky in der Werkstatt ab. In Alaska herrscht Personalmangel, darum soll er zwei Tage bleiben. Den Zusammenhang verstehen wir zwar nicht.

Mit den Fahrrädern erreichen wir schnell unser Hotelzimmer an Rande der Innenstadt. Anchorage ist Alaskas bevölkerungsreichste Stadt und das wichtigste Handelszentrum des Staates. Die in den Prospekten versprochene Vielzahl an Aktivitäten und Abenteuern beschränken sich aber auf Reisebüro und Tour Anbieter, die diese verkaufen wollen. Wir schlendern durch die 4th Avenue, vorbei an Pelz-, Schmuck- und Souvenirläden. Das einzig herausragende ist der Mushing District, wo jeweils am ersten Samstag im März Tausende den feierlichen Start des legendären Iditarod Trail Schlittenhunderennen verfolgen.
Am Ship Creek, unten beim Bahnhof, sehen wir den Lachsen zu, wie sie sich gegen die Strömung flussaufwärts kämpfen. Einheimische Angler stehen dort in Reihe und versuchen ihre Kühlboxen zu füllen. Das ist interessanter als die Stadt. Und da wir schon mal die Fahrräder bei uns haben, radeln wir auf dem Costal Trail dem Meer entlang aus der Stadt heraus.

Anchorage wurde 1915 als Zeltstadt für den Bau der Alaska Railroad gegründet. Zu dieser Zeit waren die meisten Orte nur mit einem Wasserflugzeug, einem Boot oder einem Hundeschlitten erreichbar. Wasserflugzeuge waren von entscheidender Bedeutung, da die Menschen zu Hütten, Jagdlagern und abgelegenen Gemeinden reisten. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Wasserflugzeugbasis Lake Hood eine der verkehrsreichsten in Nordamerika ist. Auch wenn hier täglich über 200 Flüge stattfinden, ergibt der Flughafen mit seinen fast 1’000 bunten Wasserflugzeugen und ihren kleinen Schuppen ein idyllisches Bild.
In den 1990er Jahren waren eine Zeit lang nicht nur Flugzeuge vom See aus gestartet. Schwärme von Wasservögeln beeinträchtigten den Flugbetrieb des Flughafens. Eine für die Reduzierung der Vogelpopulation zuständige Task Force probierte viele teure Optionen aus, fand aber schliesslich eine einfache Lösung. Sie setzen drei Farmschweine – Curly, Larry und Moe – auf die Insel, die die Takeoff- und Taxibahn trennt, um so viele Nester wie möglich zu zerstören und so viele Eier wie möglich zu verschlingen.

1’200 km sind es bis nach Haines, unserem nächsten Ziel in Alaska. Ein langer Weg, für den wir uns entsprechend Zeit lassen. Haines ist eine der Städte im Südosten Alaskas, die auf dem Landweg nur über Kanada erreicht werden kann. Wir überqueren also 2mal innerhalb kurzer Zeit die amerikanisch-kanadische Grenze. Problemlos. Von Tok bis Haines Junction sind wir zurück auf dem Alaska Highway, dessen Zustand ziemlich zu wünschen übriglässt. Tiefe Schlaglöcher und Rillen, fehlender Strassenbelag und Bodenwellen sind keine Seltenheit. Dafür wird das Wetter immer besser. Weite Taiga gibt den Blick frei auf hohe Gipfel, Gletscher, Flüsse und Seen entlang der gesamten Route. So bleibt die Fahrt abwechslungsreich. Am Kluone Lake können wir sogar das erste Mal Dall Schafe beobachten, wenn auch in grosser Entfernung. Das Teleskop der Rangerstation holt sie für uns ganz nahe heran.

Das freundliche Fischerdorf Haines wurde als presbyterianische Mission gegründet und erlebte während des Goldrauschs der 1890er Jahre einen Boom. Während Grenzstreitigkeiten zwischen USA und Kanada im frühen 20. Jahrhundert errichtete die US-Armee einen Stützpunkt in Haines. Die Gebäude von Fort William H. Seward stehen noch immer und beherbergen Residenzen, Restaurants, Unterkünfte und Galerien.
Unser Highlight in Haines sind aber die Bären. Bären beim Fischen zuzusehen, das war unser grosser Wunsch hier in Alaska. Was wir schon fast aufgegeben haben, geht auf der Brücke über den Chilkoot River am Lutak Inlet in Erfüllung. Und wie. Eine Schwarzbär Mama und ihre zwei Junge streifen durch den Fluss und fressen sich an den Lachsen satt.

Skagway liegt auf dem Wasserweg 22 km von Haines entfernt, auf der Strasse sind es 560 km. Wir wählen den Alaska Marine Highway auf dem uns die Fähre in einer knappen Stunde durch den Lynn Fjord fährt und befinden uns wieder auf den Spuren des Klondike-Goldrauschs.
Skagway und Dyea, 600 Meilen südlich der Goldfelder gelegen, waren die dem Klondike am nächsten gelegenen Salzwasserhäfen. Sie wurden bald zu „Boom-Städten“, die sich um Bergleute kümmerten. Hier begannen die beliebtesten Routen zum Klondike: Von Skagway aus nahmen die Goldsucher den White Pass und von Dyea aus den Chilkoot Pass auf jeweils etwa 1’000 Metern Meereshöhe.
Im ersten Jahr des Ansturms verbrachten schätzungsweise 20’000 bis 30’000 Goldsucher durchschnittlich drei Monate damit, ihre Ausrüstung über die Pässe zu den Seen zu transportieren. Um einen Versorgungsengpass im Yukon zu vermeiden, hatte die kanadische Regierung nämlich festgelegt, dass jeder Goldsucher ausreichend Waren für ein Jahr mitzubringen hatte. „Ausreichend“ bedeutet eine Tonne Güter pro Person, einschliesslich Lebensmittel, Zelte, Kochutensilien und Werkzeuge. Die Entfernung vom Meer zu den Seen betrug nur etwa 55 km, aber jeder Einzelne stapfte Hunderte von Kilometern auf den Pfaden hin und her und transportierte seine Ausrüstung von Lager zu Lager. Nachdem die Goldsucher ihre gesamte Ausrüstung zu den Seen geschleppt hatten, bauten oder kauften sie Boote, um die restlichen etwa 900 km flussabwärts nach Dawson City zu treiben, wo es angeblich einen nahezu unbegrenzten Vorrat an Goldnuggets gab. Als sie ankamen, waren alle Claims vergeben.
Der grosse Klondike-Goldrausch endete so plötzlich, wie er begonnen hatte. Städte wie Dawson City und Skagway begannen zu verfallen. Andere, darunter Dyea, verschwanden vollständig und hinterliessen nur noch Erinnerungen an das, was viele als das letzte grosse Abenteuer des 19. Jahrhunderts betrachten. Skagway hat den Goldrausch für sich wiederbelebt. Vier der riesigen Cruisefahrtschiffe können hier gleichzeitig vor Anker gehen. Dann wimmelt es von Touristen. Oft füllen über 10’000 Menschen pro Tag die Strassen dieser kleinen Touristenstadt. Und sie geben normalerweise viel Geld aus. Als wir am frühen Nachmittag ankommen, ist der grosse Ansturm schon vorbei. Wir mischen uns nur kurz darunter.

Der Klondike Route folgend, verlassen wir Alaska über den White Pass bequem auf der asphaltierten Strasse. Oben am Pass, an der Grenze zu Kanada, wartet bereits der historische Zug der White Pass & Yukon Railway auf die Kreuzfahrtpassagiere.

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